Die Vermessungen für unsere Diplomarbeit dienten der Dokumentation der archäologischen Funde um Zafar. Dazu wurde tachymetrisch eine Geländeaufnahme durchgeführt, deren Inhalt neben der Topographie die archäologischen Funde waren. An Geländemerkmalen waren hauptsächlich landwirtschaftlich genutzte Terrassen und deren Stützmauern vorhanden. Einige Wege erschlossen einzelne Terrassen, der Großteil der Felder war jedoch durch Trampelpfade verbunden. Um Höhenlinien zu konstruieren, wurden noch Geländepunkte aufgenommen, die Aussage über die Steigungen machten.
Die Ausarbeitung der Pläne fand mit CADdy statt. Da wir die dritte Expedition waren, die von Studenten der FH Mainz begleitet wurde, mussten noch die Plände der vorangegangenen Kampagnen mit unserem Plan zu einem großen Komplettplan zusammengeführt werden. Dies geschah auch unter CADdy.
Die Legende des Plans sollte zweisprachig sein. Einmal auf Englisch mit lateinischen Lettern und zum Zweiten auf Arabisch, mit den zugehörigen Buchstaben und von rechts nach links. Da die arabische Sprache zu komplex ist, als dass man einfach die Windows Schriftart umstellt (ähnlich wie es auf Griechisch oder Kyrillisch geht), wurden die Wörter bzw. Sätze von kompetenter Hand mit geeigneten Word Prozessoren auf arabisch getippt und ausgedruckt. Wir scannten diese dann als Bitmap Dateien ein und konnten sie so in die Pläne einfügen.
CADdy stößt dabei an seine Grenzen, aber da auch noch die Pläne im universelle DXF Format geordert wurden, konnte die Ausarbeitung der Legenden unter AutoCAD geschehen, dass deutlich mehr Komfort und Funktionalität bietet.
Neben dem Teil, der von uns beiden bearbeitet wurde (nämlich der Tachymeterplan), gab es noch verschiedene Aufgaben, die einzeln zu bearbeiten waren. Pascal Garn fiel es zu, eine 3 dimensionale Rekonstruktion der Situation in den ersten nach-christlichen Jahrhunderten zu gestalten. Als Rohdaten dienten die 3D Koordinaten der Geländeaufnahme und ein handgefertigter Plan, auf dem Ph.D. Yule das antike Zafar rekonstruiert hat. Mit diesen beiden Informationsquelle als Grundlage und dem Programm 3DS Max wurde ein Film erstellt, der einen Rundgang bzw. -flug durch die antike Hauptstadt der Himyaren darstellt.
Realisiert worden ist dies, indem mit den reellen Geländedaten ein 3 dimensionales Netz als Gelände generiert worden ist, das mit entsprechenden Oberflächenmustern und Texturen (je nach Neigung eher Gras oder Sand) versehen wurde. Der Plan der antiken Stadtarchitektur wurde gescannt und digitalisiert und schließlich als zweidimensionales Objekt mit dem Gelände kombiniert. Die zweidimensionalen Grundrisse (Gebäude, Mauern, Wachtürme, Tore, etc.) wurden dann mit geeigneten Methoden in dreidimensensionale Körper umgewandelt und auf das Gelände gesetzt. Am Ende wurde dann noch die Szenerie animiert, indem eine Kamerafahrt durch die Situation geplant und berechnet wurde.
Einige Bilder der (rekonstruierten) Hauptstadt:
Aufgabenstellung
Auslöser der Generalisierung war, dass Ph.D.Yule für die Publikation über die Himayaren in Zafar, eine Karte benötigte, die auf DIN A3 Format das aufgenommene Gebiet der drei Kampagnen komplett darstellen sollte.
Das Thema und damit auch die Zweckbestimmung sollten die archäologisch bedeutsame Funde sein.
Grundsätze der Generalisierung
Die Generalisierung ist ein wichtiger und sehr komplexer Arbeitsprozeß in der Kartographie. Grundsätzlich wird zwischen kartographischer Generalisierung zur Ableitung von Folgekarten und Erfassungsgeneralisierung bei der Modellbildung vom Objekt zur Karte unterschieden.
Unter kartographischer Generalisierung ist die Umformung von der Komplettkarte des Gebietes in eine Karte mit kleinerem Maßstab zu verstehen.
Die Erfassungsgeneralisierung bedeutet hauptsächlich, dass entweder schon bei der Aufnahme oder bei der späteren Erstellung die entstandenen Objekte geometrisch vereinfacht (siehe Abbildung unten) oder dass verschiedene Objektklassen gebildet werden (z.B. Bodenarten).
