Reisetipps

Da wir manchen Fehler erst machten und später merkten, daß man es besser hätte machen können, werden wir von unseren gesammelten Weisheiten ein paar kundtun. Die Tipps richten sich in erster Linie an Vermesser, es sind aber auch ein paar allgemeine Ratschläge darunter (übrigens alle ohne Gewähr und auf eigene Verantwortung):

Sonnenschutz

Egal was ihr von Drogeriefachverkäuferinnen hört, man muss doch feststellen, daß die Höhensonne auf 3.000m und hohe Temperaturen (über 45 Grad Celsius in der Sonne) stärker ist als im (Strand-)Urlaub. Wir benutzten Sunblocker - allerdings ohne Erfolg, da er nur ca. 30 Minuten die Sonne abhielt. Das einzige was hilft ist lange Kleidung, einen Hut (der über die Ohren gehen muß) und Handschuhe. Zwar grotesk bei 40 Grad, aber sonst hilft nix...
Auch sollte man nicht den Fehler machen zu denken, daß nur weil die Haut gebräunt ist, man vom Sonnenbrand gefeit ist. Wir haben uns noch nach 4 Wochen, in denen wir uns Sonnenlicht in homöopathischen Dosen, die täglich gesteigert wurden, zuführten, an nur einem Vormittag im T-Shirt ordentlich den Pelz verbrannten.

Alkohol

First of all: Wir sind keine Alkoholiker, aber 5 Wochen ohne sind auch nicht besonders schön und es gibt Anlässe zu denen ein guter Schluck schon gehört. Es ist erlaubt als Tourist eine Flasche Wein (ob es sich um Brandywein, Tequillawein oder sonstigen hochprozentigen Wein handelt ist egal) mitzunehmen. Fakt ist aber auch, dass das Privatgepäck vom Zoll nicht so genau untersucht wird. Man könnte (wie gesagt alles ohne Gewähr) also mehr als eine Flasche mitnehmen, denn selbst wenn sie den Koffer öffnen wird nicht so genau kontrolliert. Falls doch stellt man sich dumm und entsorgt die Flasche (im Mülleimer). Eine nicht ausprobierte Lösung wäre es auch dem betreffenden Beamten den materiellen Wert der Flasche (oder den ideellen Wert, den dieses Getränk für einen darstellt) als Entscheidungshilfe anzubieten.

Gesundheitsprophylaxe
Diarhoe und Würfelhusten gehören wohl zu den Krankheiten auf die man im Jemen verzichten sollte (arabische Toiletten sind ähnlich denen an südfranzösischen Autobahnrastanlagen). Man könnte also Imodium Akut oder aut-item mitführen oder einen besseren Trick (zumindest schmeckt es besser) ausprobieren. Wir tranken jeden Morgen auf nüchternen Magen einen Schnaps. Es war dann nicht so, dass wir den Tag schon mit Nebel im Kopf begannen, aber Fakt ist, dass wir keine Ausfallerscheinungen in der Perestaltik hatten (auf Deutsch "..keinen Dünnen"). Könnte sein, dass es der Placeboeffekt war aber es schmeckt besser als die üblichen Zuckertabletten-Placebos.
Auf manchen Seiten im Internet wird eine Malariaprophylaxe der Stufe C (Lariam Wirkstoff: Mefloquin) vorgeschalgen. Wir haben sie genommen und die Nebenwirkungen sind schon beachtlich, dieses Medikament hat mehr psychogene Nebenwirkungen als LSD. Im Bereich um Zafar, dem zentralen Hochland, gibt es keine Malariamücken. So kann man sich die vorbeugende Einnahme sparen und stattdessen lieber eine Notfallmediaktion des Malariamittels mitnehmen.

Einkaufen

Entgegen aller Vermutungen gibt es im Jemen alles zu kaufen, was man braucht. Es gibt an Grundnahrungsmitteln: Beck's Bier, Amstel, etc. (natürlich alkoholfrei), Schokoriegel (Mars, Twix etc.), Chips. Für gesünder lebende Naturen kann man auch europäische Lebensmittel oder frisches Obst und Gemüse kaufen. Selbes gilt für Hygieneartikel wie Duschgel, Rasiergel etc.. Man kann sagen, dass es (fast) alles gibt wie bei uns, nur in entsprechend kleinerer Auswahl.
Die Jemeniten sind arm (das Bruttoinlandsprodukt/Kopf beträgt 500 USD, in Deutschland liegt es bei 25.000 USD) also wird jede Chance genutzt um aus den reichen Europäern Kapital zuschlagen. Dies führt dazu daß man im Schnitt auf alles einen 50%igen Aufschlag bezahlt. Man sollte nur aufpassen, daß es bei den 50% bleibt. Zuerst wird der Händler nämlich mit ernstem Gesicht 200-300% auf den Preis schlagen.Nach einigem Gerede und Vorrechnen zahlt man schließlich nur 50% drauf und beide Parteien sind zufrieden. Nervig ist nur, daß er es am nächsten Tag, selbst wenn er einen wiedererkennt und begrüßt, wieder versucht. Man sollte also seinen Einkauf im Kopf überschlagen und aufpassen.