Die historischen, altarabischen Königreiche dominierten den südlichen Teil der arabischen Halbinsel von 1000 v.Chr. bis zum Entstehen des Islams 632 n.Chr.. Das Königreich der Himyaren kündigte sein Erscheinen in historischen Quellen an, indem es den Start seines Kalender ins Jahr 115 v.Chr. legte. Zwischen 300 und 525 n.Chr. wuchs das Reich der Himyaren und wurde zum mächtigste Königreich in Südarabien. Sein Einfluss, der sich weit nach Zentralarabien erstreckte, entstammte dem Ost-Westhandel von Luxusgütern wie Weihrauch. Weihrauch war seit Antiken Zeiten schon wichtig für religiöse und höfische Zeremonien.
Bekanntgeworden durch Bibel, Koran und die Monumente selbst, ist das alte Südarabien hauptsächlich durch Saba' und seine Hauptstadt Marib. Der mächtige Damm in Marib ist ein Monument, das immer noch als ein Symbol für das "Dunkle Zeitalter" vor dem Islam steht. Außerdem blieb Marib auch lange nach seinem Untergang und dem Erstarken der Himyaren ein kulturelles Zentrum.
Das himyarische und das hadramautische Königreich waren die Hauptgewinner in militärischen und wirtschaftlichen Kämpfen, die sich bis ins 3. Jahrhundert n.Chr. erstreckten. Schließlich triumphierten die Himyaren auch über Hadramaut und dessen Hauptstadt Shabwa. Mit Beginn des 4.Jhd. konvertierten die königliche Familie der Himyaren vom Polytheismus zum Monotheismus. Es ist bis heute nicht geklärt ob sie Christen, Juden oder Anhänger einer lokalen Religion wurden. Sicher scheint nur zu sein, daß es politische Hintergründe hatte, dass so die Einwohner des Himyarischen Reichs von ihren Nachbarn abgegrenzt und so "zusammen geschweißt" wurden.
Spätere Könige konvertierten zum Judentum und noch später wurden manche auch Christen.
Das Massaker an einer christlichen Gemeinde bei Naj-ran durch die Hand des himyarischen Königs Dhu Nuwas im Jahre 521 n.Chr. führte zu einer Invasion und Eroberung durch die Aksumer (heutiges Eritrea und Äthiopien), die ihrerseits Christen waren und ihren Glaubensbrüdern beistanden. 525 n.Chr. besiegten die Himyaren die Aksumer und beherrschte Südarabien wieder von Dhafar aus. 50 Jahre später wurden sie von einer kleinen sasanidischen Streitmacht entthront. 632 n.Chr. schließlich konvertierten die sasanische Herrscher zum Islam.
Das Zentrum der Macht der antiken Welt waren auf keinen Fall in Himyar, das ein ergebener Abhängiger in den Kämpfen zwischen den Byzantinern und Sasaniden (persische Königsdynastie 3.-7.Jhd.) war. Erstgenannte waren Christen, während letztgenannte unterschiedliche Glauben hatten.